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ÖLQUALITÄT UND PREIS
Beim Kauf von Olivenöl stellen sich dem Endverbraucher immer wieder die Fragen, welches ein gutes und welches ein weniger gutes Öl ist, und weshalb es bei den Preisen so große Unterschiede gibt. Da kann man nur sagen: Wirklich gutes Olivenöl kann unter guten Sorgfaltsbedingungen nicht billig verkauft werden. Doch ist ein hoher Preis allein natürlich auch wiederum kein Qualitätsgarant. Eine Grundvoraussetzung für die Werthaltigkeit eines Öls ist die Glaubwürdigkeit seines Ursprungs. Am besten ist, Sie kennen das konkrete Anbauland und den bzw. die Erzeuger persönlich und können darüber die Wahrscheinlichkeit an Qualität glaubhaft empfinden.
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GÜTEKLASSEN
In Europa wird Olivenöl in Güteklassen eingeteilt. Die europäische Verordnung EWG Nr. 136/66 unterscheidet neun Kategorien für Olivenöl. In diesen werden die Qualitätsbezeichnungen festgelegt, unter denen Olivenöl verkauft werden darf. Konkret nachzulesen hier unter Wikipedia - Die freie Enzyklopädie
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QUALITÄTS-EINFLUSSFAKTOREN
Die Qualität, der Geschmack und der Fettsäuregehalt von Olivenöl wird von verschiedenen Faktoren beeinflußt.
a) von den Wetterbedingungen
Das Wetter bestimmt in hohem Maß die Qualität der jeweiligen Ernte. Während der Blüte im Frühjahr braucht die Olive ein Mindestmaß an Wasser, aber es darf dabei keine Staunässe entstehen. Die übliche Trockenheit der Sommerperioden tun dem Olivenbaum gut und wenn es im Laufe des Herbst einige vereinzelte, nicht zu starke Regenfälle gibt bis hin zur Erntezeit im November oder Dezember, dann ist das ideal.
b) vom Schädlingsaufkommen
Schädlinge, wie z.B. die Olivenfliege, können die Qualität der Ernte verschlechtern. Dies gilt insbesondere bei früher Fruchtbildung, die wiederum wetterabhängig ist.
c) von der Rohstoff-Reinheit
Olivenöl aus dem Regal kommt in der Regel aus dem Massenaufkauf von den Ölmühlen, wo der Ölertrag von vielen verschiedenen Olivenbauern unterschiedlicher Anbauregionen und damit auch verschiedener Olivensorten in riesengroßen Lagerfässern nachteiligerweise zusammen vermischt wird.
Qualitativ weit hochwertiger und seltener ist dagegen ein rohstoffreines Öl, das von einer Olivensorte sowie aus einem homogenen Anbaugebiet stammt - eben wie unser ne-vo-Olivenöl.
d) von der Erntesorgfalt und der Zeit
Je weniger die Oliven bei ihrer Ernte verletzt werden und je besser verlesen sie sind, d.h. je weniger Blattwerk und Holzspäne mitgepresst werden, desto reiner ist das Öl.
Da die Oliven im Zeitraum ab ihrer Pflückung bis zu ihrer Pressung in sich steigerndem Maße eben jene qualitätsmindernde Säure entwickeln, ist es wichtig, dass sie noch am Erntetag in die Ölmühle gebracht werden. Jeder Tag, der gewartet wird, steigert den freien Säuregrad und das verringert die Qualität.
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ÖLSCHICKSALE
Der Großteil des in Griechenland gewonnenen Olivenöls wird bislang leider in großen Mengen an italienische Großhändler verkauft und außer Landes gebracht. Mit minderwertigen Ölen - auch aus anderen fremden Anbauzonen - vermischt und unter viel versprechender Etikettierung als italienisches Öl ins Ladenregal gebracht, verliert sich Griechenland auf dem europäischen Markt als Öl-Ursprungsland weitgehend. Das ist sehr schade, denn das Klima und die Bodenbeschaffenheit in Griechenland sorgen für ein geschmacklich wie substanziell nachweislich hochwertiges Öl, von garantiert mehr Klasse als manches der geschickt vermarkteten Toskana- und sonstigen pseudo-namhaften Öle, die vielfach üble Mischungen sind. (Wenn man bedenkt, dass etwa im Jahr 1994 weltweit 155.000 Liter Olivenöl mehr verbraucht als produziert worden sind, sollte man als Konsument vorsichtig sein. Zum Beispiel ist von der Toskana bekannt, dass sie nur 50 % ihres "toskanischen" Olivenöls als nachweislichen Ertrag hat ...)
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BILLIGST-ÖLE
Viele Supermärkte bieten 0,7 Liter angeblich kalt gepresstes natives Olivenöl zum Teil unter 3 Euro an. Berücksichtigt man die Kosten für den landwirtschaftlichen sowie den Ernte-Aufwand, den für Pressung und Abfüllung, Verpackung, Transport, Zwischenhandel und vor allem die Gewinnspanne der Lebensmittelketten, dann müsste der Olivenbauer seine Oliven umsonst abgegeben haben. Sehr unwahrscheinlich! Preise, wie die der Billig-Supermärkte können also nur über minderwertiges Öl realisiert werden.
Und das geht folgendermaßen vonstatten:
Die nach der Erstpressung verbleibenden Oliventrester enthalten noch Spuren von Öl, je nach Pressmethode rund 3 bis 6 Prozent. Mittels mechanischer Prozesse - Pressen oder Zentrifugieren - lässt sich dieser Ölrest nicht mehr aus dem Ölkuchen holen. Die Ölmühlen verkaufen deshalb dieses "Abfallprodukt" zur weiteren Ausbeute an dafür spezialisierte Industrieunternehmen. Dem entweder mit superhohem Pressdruck, mit Lösungsmitteln - Hexan oder Trichloräthylen - oder aber aus industriellen Syntheseprozessen und sogar aus Rohstoffen tierischer Herkunft entstandenem Öl wird Lampantöl oder sog. Verdone zugesetzt und die Brühe anschließend mit Glyzerin behandelt.
Noch tückischer sind die heute häufigsten Fälschungsformen der in Dampfbehandlung "desodorierten" sowie mit Haselnussöl vermischten Olivenöle. Zahlreiche Fachinstitute an Universitäten und Kontrolllabors versuchen, diesen komplexen und schwer aufzudeckenden Fälschungen auf die Spur zu kommen, doch das ist schwierig und zwischenzeitlich sind nicht weniger begabte Leute damit beschäftigt, alternative Fälschungsmöglichkeiten zu finden.
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So lässt sich also auf allerlei Weise durch Korrektur absolut ungenießbaren Öls ein falsches, ausgesprochen günstiges "Extra-vergine" für die Billig-Supermarktketten produzieren.
Damit die so gewonnene "Delikatesse" in die Ladenregale, in die Küchen und auf Ihre Tafeln darf, muss sie lediglich mit einem gesetzlich nicht näher bestimmten Anteil nativen Öls - als Geschmacks- und Farbgeber - verschnitten sein.
Von Gesetzes wegen - man lese und staune! - ist ein Olivenöl lediglich definiert als ein Öl mit weniger als 20 Prozent Linolsäure, weniger als 0,9 Prozent Linolensäure, weniger als 0,5 Prozent Brassicasterin und noch rund zehn dergleichen Anforderungen. So deutlich sind die Verordnungen der EU von den Interessen der Ölindustrie geprägt!
Das Gewicht der großen Konzerne, die zehntausendtonnenweise Olivenöl aufkaufen und vermarkten, kann nicht durch fromme Wünsche wie die nach der Förderung der Qualität und dem Schutz des Konsumenten aufgewogen werden. Wäre das Originalgesetz von 1991 in Kraft geblieben, müsste der überwiegende Teil der Markenöle heute auf das Attribut "Extra nativ" verzichten.
Dem Verbraucher werden seit Jahren ganz legal fehlerhafte Öle als Extravergine untergeschoben. Dadurch hat sich der Markt an einen Extra-nativen-Geschmack gewöhnt, der gar keiner ist! Diese im besten Falle charakterlosen, in der Regel aber mit sensorischen Fehlern belasteten Marken-Extravergine ohne ausgeprägte Frucht, ohne charakteristische Bitterkeit und Schärfe, prägen den Geschmack der Konsumenten. So ist es heute leider bereits so, dass der intensive, typische Olivengeschmack eines naturreinen Spitzenprodukts von vielen Verbrauchern abgelehnt oder gar als Fehlerhaftigkeit verstanden wird.
Leider ist zudem ein wie auch immer gefälschtes Extra-natives Olivenöl nicht nur eine kommerzielle Täuschung, sondern kann erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringen.
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